Bildungspolitik – Die Kunst nichts zu tun

„Tun sie einfach einmal nichts“ entspannen Sie Ihren Körper ihren Geist und Ihre Seele. Die Hochglanzbilder auf Doppelbögen beeindrucken beim ersten Blick. Ich bin schon beim Lesen entspannt und drifte gedanklich ab, in eine Wellnessoase der Seligkeit. So schön! Und mir kommt über die Lippen „ich tue heute einfach mal nichts“. Aber jetzt mal ehrlich, kennen sie das Gefühl „einfach nichts zu tun“? Ja? Und? Werden Sie dabei nervös oder bleiben Sie wirklich entspannt? Ich werde nervös, ganz automatisch, weil ich es , wie man mir sagte einfach nicht kann, ich müsse das süße nichts tun, das einfach Sein erst lernen. Aha, danke. Na bitte schön, da haben wir es ja schon – ich muss es lernen. Stellt sich nur die Frage wie? Achso ja genau, ich muss es üben. Und wie lange so etwas dauern würde? Ja schon einige Zeit bis ich es beherrsche und jederzeit in einen meditativen Zustand verfallen kann, der dem Winterschlaf eines Marders gleich kommt. Klingt einleuchtend und mir fällt es wie Schuppen von den Augen, wenn ich mir also die Zeit nehme es zu üben und zu lernen, schaffe ich es bald den status quo unserer Bildungspolitik erreicht zu haben – einen Winterschlaf. Was passiert wenn ich es übertreibe, frage ich nach. Die Auswirkungen von dauerhafter Anwendung sind nicht abschätzbar.

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